Patrick Rabe

Spirit of mankind (mit Erklärung in deutsch)

 

The older generations had the radio,

when it played for them, they thought, it was’nt so,

there were no darks, there was no pain,

and they had everything you could think to gain.

 

My generation had the movies,

new technology, myths from moonbeams,

„Blade runner“, „Batman“ and „A.I.“,

the victory of mankind and the question why.

 

But what do we do, when it all gets fluid?

We can’t go to the priest, we can’t go to the druid,

for we know more than them, their worlds are bankrupt,

as long as they don’t face the innerfold God.

 

Things, we believed in, they give us no hope now,

our children, they show us: Our drugs turned to dope now,

they fail with the dreams of our legacy,

for life ain’t science fiction or fantasy.

 

Free Sex, it turned into fear for the soul,

it turned into distance and into control,

into wearing masks on the heart and the face,

we bury our love and the whole human race.

 

But the spirit, that founded the garden, is there,

it survived every grave, it lights yours, if you dare

to let it on in, to love and to care,

it’s inside your heart and outside; everywhere.

 

It’s sad `bout  your winter, it’ll turn it to spring,

oh, spirit of mankind, break your silence and sing!

 

 

 

 

© by Patrick Rabe, 1. August 2020, Hamburg.

 

Strophe 4:

Drugs: hier meine ich Medizin

Dope: hier meine ich „Opium“, also Medizin, die vernebelt, anstatt zu heilen

 

 

Dieser Text ist eine Bestandaufnahme meiner Generation (derer, die Mitte bis Ende der 1970er geboren worden sind). Wir sind eine Generation von großem Individualismus, allerdings auch eine Generation mit starken Suchbewegungen. Denn irgendwann merkten wir, dass die wunderbar bequeme und flauschige Sicherheit, die uns unsere Eltern bieten konnten, und die uns die Generationen davor „aufgebaut“ hatten, Risse hatte. Es gab Erklärungsbedarf, und es konnte nichts erklärt werden, obwohl doch die Generation vor uns angeblich gelernt hatte, über alles zu reden. Wir merkten im Laufe unseres Lebens, dass wir in einer Welt lebten, von der wir weder die materiellen, noch die gesellschaftlich funktionalen, noch die spirituellen Grundlagen wirklich verstanden. Aus meiner Sicht liegt das an der Ausklammerung des Religiösen aus Alltag und Selbstverständnis, das dann aber in Filmen wie „Matrix“ oder zahlreichen urbanen Mythen auf eher beunruhigende Weise zurückkehrte. Aus meiner Sicht hat meine Generation keinen gemeinsamen „Universalschlüssel“ als tragfähige Wertebasis für die nächste Generation gefunden. Weder ungebremster Individualismus, noch stetige Ökonomie und Arbeitsleistung, noch spirituelle Suchbewegungen in diversen Kirchen und Sekten, noch die aus Filmen und Büchern aufgenommenen „Mythen“ helfen uns in echten Krisenzeiten, in der Welt klarzukommen. Der rein postmoderne Mensch ist viel zu veräußerlicht und an Aktivität orientiert, um es überhaupt hinzubekommen, soviel innere Ruhe zu entwickeln, dass er in sich hinein sinken kann, und spüren kann, was dort wirklich ist. Und die allermeisten, die das doch tun, sind erschreckt von dem, was sie dann vorfinden. Ich persönlich halte einen echten, spirituellen Weg für unabdingbar. Nicht ohne Grund schrecke ich aber zurück vor neuen oder unserer Kultur fremden spirituellen oder pseudospirituellen Wegen, denn viele spirituelle Gruppen oder Sekten haben vor allem eins entdeckt: Das „Wunder“ von Ökonomie, expositionellem Wachstum und der Macht über Menschen. Dass sie sich dabei teilweise echter spiritueller Kräfte oder Praktiken bedienen, macht die Sache ja gerade so fragwürdig und gefährlich. Denn, was immer sie da auch machen, sie werfen am Ende ihre „Schäflein“ doch dem Mammon und dem Moloch zum Fraß vor. Sekten wie Scientology und die amerikanisch orientierten Evangelikalen glauben m.E. an die Leistungsgesellschaft, die Machbarkeit von allem und an die ungebremste Verwirklichung im „Außen“. Das sind Wege, die dem modernen und post-modernen Menschen zwar entgegen kommen, deren echte Tragfähigkeit aber verpufft, wenn das Licht ausgeht und man alleine in der „dunklen Kammer“ ist. Ich setze immer noch Hoffnung auf echte, gewachsene religiöse Wege, die hier mit uns auch verwurzelt sind, Wege, die wir getrost gehen können, weil sie uns so vertraut sind, dass wir sie auch leben können. In Kirchen, die sich nicht bewährt haben, weil sie einen ebenfalls blind für die übrige Umgebung machen, müssen wir deswegen noch lange nicht zurückrennen. In der westlichen Gesellschaft eine „gemeinsame“ Sprache finden zu wollen, halte ich zur Zeit für illusorisch. Dafür sind unsere Wertekanons (korrekter Weise müsste es heißen „Kanonen“, *smile*) einfach zu unterschiedlich und zu weit auseinander. Aber miteinander sprechen und uns austauschen sollten und müssen wir. Auch, wenn wir uns für unsere teilweise spleenigen, aus mehreren Versatzstücken aufgebauten Weltanschauungen schämen, oder glauben, dass jeder, der etwas anderes glaubt, denkt oder meint als ich, ein potenzieller Feind oder Gegner ist. Wir sind alle nur Menschen. Und alleine nur der paranoide Glaube an uns lenkende, übermächtige Super-Geheimgesellschaften, religiöse Verbindungen und fiese Geheimdienste, blasen diese, die es aus meiner Sicht durchaus gibt, die aber auch nicht alles können, über die Maßen auf, und keiner traut sich mehr, dem anderen die Hand zu geben. Wir müssen immer bedenken, dass beides aus dem Menschen selber kommt: Vertrauen und Misstrauen. Und dass der Mensch auch alle Institutionen, die für die eine oder die andere Tendenz stehen, selber geschaffen hat. Wir können uns jeden Tag neu entscheiden: Siegt in uns die Angst voreinander oder die Liebe zueinander und die Neugier aufeinander. Das ist das, was aus meiner Sicht immer gilt. Der Dämon, der uns am meisten jagt, ist die Perfektion. Das von jungen Leuten so oft gesagte „Perfekt!“ empfinde ich immer wie ein Aufatmen, dass doch alles gut gegangen ist, und man den Ansprüchen, die jemand oder man selbst an sich gestellt hat, genügt hat. Unsere größte Angst ist stets die Angst davor, der andere könnte „perfekt“ sein und mir aufzeigen, dass ich es nicht bin, und nicht nur dies, sondern er könnte mir sogar zeigen, dass ich eigentlich ein schauderhafter Dämon bin. Haben wir doch den Mut, uns auch mit unseren Schwächen, Macken und dunklen Seiten zu zeigen! Das würde ganz viel Angst rausnehmen und uns den Weg zueinander wieder ebnen.

 

 

 

 

© by Patrick Rabe, 1. August 2020, Hamburg.

 

 

All rights belong to its author. It was published on e-Stories.org by demand of Patrick Rabe.
Published on e-Stories.org on 08/01/2020.

 

The author

 

Book by Patrick Rabe:

cover

Gottes Zelt: Glaubens- und Liebesgedichte von Patrick Rabe



Die Glaubens-und Liebesgedichte von Patrick Rabe sind mutig, innig, streitbar, vertrauens- und humorvoll, sie klammern auch Zweifel, Anfechtungen und Prüfungen nicht aus, stellen manchmal gewohnte Glaubensmuster auf den Kopf und eröffnen dem Leser den weiten Raum Gottes. Tief und kathartisch sind seine Gedichte von Tod und seelischer Wiederauferstehung, es finden sich Poeme der Suche, des Trostes, der Klage und der Freude. Abgerundet wird das Buch von einigen ungewöhnlichen theologischen Betrachtungen. Kein Happy-Clappy-Lobpreis, sondern ein Buch mit Ecken und Kanten, das einen Blick aufs Christentum eröffnet, der fern konservativer Traditionen liegt.

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